Kurzberichte
Mineralöle in Fleisch und Eiern: Auch in der Schweiz
Wissenschaftler des Kantonalen Laboratoriums Zürich haben in
Rinder-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie in Eiern
Mineralöle gefunden.
Obwohl die getesteten Produkte aus dem Handel in Zürich stammen,
ist dies ein europäisches Problem, da es sich zum Teil um
Importwaren handelte. Als Ursache wird wiederum das Futter angegeben:
In manchen Fällen wurden darin sogar ganz klar Zweitakt- und
Automotorenöle festgestellt.
Tages-Anzeiger (on-line), 17.9.2000
Antibiotika fürs Euter
Bei Schweizer Milchkühen werden noch immer zu viele
Antibiotika eingesetzt. Ein wesentlicher Grund ist die Züchtung
von Kühen, welche sich leichter maschinell melken lassen. Durch
den leichteren Milchfluss werden die Zitzen empfänglicher
für das Eindringen von Krankheitserregern. Eine aktuelle Studie
ergab, dass zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Zitzen
von Schweizer Kühen entzündet sind.
Tages-Anzeiger, 16.8.2000
Trutenfleisch: Qualzucht und Turbomast
Durch BSE-Rinder, Hormonkälber, Salmonellenhühner und
anderer Fleischskandale weichen immer mehr Menschen auf andere
Fleischsorten aus. Sehr beliebt ist dabei Trutenfleisch.
Doch ist Trutenfleisch wirklich gesünder?
Fett- und Eiweissanteil sind identisch mit denen der Hühner, und
der Cholesteringehalt ist gleich hoch wie bei einem Schweinekotelett.
Die Haltung der Truten ist meist ähnlich schlimm wie bei den
Käfig-Batterien in Hühnerfabriken.
Wilde Truthähne werden natürlicherweise nur ca. 7 kg
schwer, Zuchttruten hingegen wiegen schon nach wenigen Monaten
16-20 kg. Viele können sich kaum mehr bewegen.
saldo, 13.9.2000
Rinderwirtschaft zerstört Regenwälder
Die europäisch geprägte Landwirtschaft ist längst
auf Südamerika, Australien und teilweise auch Afrika und Asien
übertragen worden. Vor allem die Rinderwirtschaft hat einen
immensen Flächenbedarf. Kostbare Lebensräume wie tropische
Regenwälder oder Savannen gehen so verloren. In Südamerika
sind Flächen von der Grösse Mitteleuropas in Rinderweiden
umgewandelt worden.
Ökologe Josef Reichholf im Gespräch mit dem SPIEGEL
(29/2000)
Achtung: Konzentriertes Fett!
Eine in England durchgeführte Untersuchung ergab, dass
tiefgefrorene Hamburger nicht nur viel zu salzig sind, sondern einige
sogar nach der Garung noch 50% reines Fett enthalten, das sind sechs
Teelöffel in einer einzigen Portion. Es wird bessere
Kennzeichnung gefordert, da viele englischen Teenager drei bis vier
Hamburger pro Woche konsumieren.
Reuters
Elefantengedächtnis
Die Behauptung, dass Elefanten nie vergessen, wurde durch
Tierpsychologen in einer Studie der Universität Sussex
untermauert: Frei lebende Elefantenkühe können unter den
Rufen von mindestens hundert Freunden und Familienmitgliedern
unterscheiden, und das noch nach vielen Jahren. Elefanten
kommunizieren in der Wildnis durch tiefes Rumpeln, das man meilenweit
vernehmen kann und das, wie die menschliche Stimme, bei jedem
Individuum unverkennbar anders klingt.
Dr. Karen McComb nahm Rufe von Elefanten in Kenia auf, spielte sie 27
Familien vor und fand heraus, dass bei alten Freunden sofort eine
Antwort gegeben wurde, bei Gelegenheitsbekanntschaften schwieg man
und bei Fremden wurde eine Verteidigungshaltung eingenommen.
London, 15. Juli 2000
Der Natur abgeguckt
Die US-Luftwaffe informierte Anfang Juli, dass neue Pläne
entwickelt wurden für in Formation fliegende Satelliten, die
sich schnell an wechselnde Schwerpunkte gestellter Aufgaben
anzupassen haben. Ein Vogelschwarm gab den Forschern die Idee.
4. Juli 2000
Reduktion tierischer Fette bessert den Verlauf von MS
Nach Angaben von Dr. Jürgen Mertin aus Bad Winsheim spricht
einiges dafür, dass die mit der Nahrung zugeführten
Fettsäuren tierischer Herkunft den Krankheitsverlauf von
Multiple Sklerose Patienten negativ beeinflussen.
Ärzte Zeitung, 5.6.2000
Stummer Frühling?
Am 12. Juli 2000 übergaben Tierschützer 100 000
Unterschriften an das Europäische Parlament. Dies ist ein
Protest gegen die Entscheidung der französischen Ministerin
Dominique Voynet, mit einer Sonderverordnung den Fang von
Singvögeln zu erlauben, von denen viele auf der roten Liste
bedrohter Vogelarten stehen.
Bild Zeitung 13. Juli 2000
Nahrungsmittelvergiftungen
In den USA führt der Verzehr von Meeresfrüchten und
Eiern am häufigsten zu Vergiftungen, stellte eine
Verbraucherorganisation am 7. August 2000 fest. In den Staaten treten
pro Jahr 75 Millionen Fälle von Nahrungsmittelvergiftungen auf,
von denen 5000 zum Tode führen.
Hauptverursacher sind Salmonellen, Listerien (in Käse und
Milchprodukten), Fleisch und Meeresfrüchte.
Reuters
Ärztestreik ist gut für die Gesundheit der Patienten
Gemäss einer im British Medical Journal am 10. Juni
veröffentlichten Untersuchung, gingen nach drei Monaten Streik
der israelischen Ärzte die Todesfälle im Land massiv
zurück.
In Jerusalem berichtet das grösste Bestattungsunternehmen von
nur 93 Todesfällen im Monat Mai 2000, gegenüber 153 Toten
im Vorjahr (1998: 133; 1997: 139).
Ähnliche Zahlen weisen die anderen Städte auf. Einzige
Ausnahme ist die Region um Haifa. Dort gibt es nur ein Spital und das
Personal beteiligte sich nicht am Streik, da es sich vertraglich
verpflichtete, nicht zu streiken. Deshalb gab es dort dieses Jahr
gleich viele Todesfälle wie im Vorjahr.
Interessant ist auch, dass dies kein Einzelfall ist: Bereits 1983
konnte man denselben Effekt bei einem 4½ Monate dauernden
Ärztestreik in Israel feststellen. Auch in anderen Ländern
war ein ähnlicher Effekt bei solchen Situationen feststellbar.
«Doctors’ strike in Israel may be good for
health», Judy Siegel-Itzkovich, BMJ 2000;320:1561.
Medizinische Fehler töteten über 100’000 US-Amerikaner
Das Medizinische Institut in Washington schätzt, dass in den
USA jährlich rund 98’000 Menschen an medizinischen
Irrtümern sterben.
Am zweitägigen Treffen der Nationalen
Patientenschutzorganisation meinte nun Dr. Corrigan, welcher auch an
der ersten Schätzung beteiligt war, dass diese viel zu tief
läge. In Wahrheit gäbe es durch Fehler in der Medizin noch
viel mehr Tote, da die Schätzung nur die stationär
behandelten Patienten berücksichtigte und die Privatkliniken
ausser Acht liess.
Blutbad
In den letzten beiden Jahrzehnten haben Japaner mehr als 400’000 Delfine
und andere Kleinwale in unkontrollierten, besonders brutalen Jagden getötet.
In Japan existieren weder offizielle Quoten noch Regeln zur Art der Tötung.
AFP am 6. Juli 2000
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