Editorial zu Vegi-Info 3/2002
| Tierrechte International |
Liebe Leserin, lieber Leser
Dies ist das erste Heft aus dem neuen SVV-Büro in
Neukirch-Egnach mit Sicht auf den Bodensee.
Wie vermutet, dauert das Einrichten am neuen Ort länger als
geplant, denn die andere Arbeit muss ja auch noch getan werden ...
Ende September ist nun auch noch die Dokumentationsstelle der SVV in
der Romandie umgezogen. Die neue Adresse lautet: ASV, Renée Maier, 27, chemin de
Pierrefleur, 1004 Lausanne.
Das Thema Tierrechte war auch in der Schweiz durch die Lancierung der
beiden Initiativen (wovon eine durch den aktuellen Entscheid des
Parlamentes bereits zurückgezogen wurde) ein breit diskutiertes
Thema. Soll man Tieren Rechte verleihen? Viele Personen, welche mit
der Ausbeutung der Tiere Geld verdienen, sahen darin natürlich
eine grosse Gefahr. Für echte Tierrechte ist die Zeit in der
Schweiz leider noch nicht reif, doch die erste Diskussion hat dieses
Thema nun in die Öffentlichkeit gebracht. Der erste
Tierrechtskongress im deutschen Sprachraum (in Wien) fand auch
grosses Interesse. Deshalb beschäftigen sich in diesem Heft die
beiden Hauptartikel mit diesem aktuellen Thema.
Weil in der immer mehr globalisierten Welt der Tierschutz nicht an
den Grenzen Halt machen darf, da es die Tiertransporte ebenso wenig
tun, widmet sich ein längerer Artikel der internationalen
Politik, welche im Wirtschaftsbereich hauptsächlich durch die
Welthandelsorganisation WTO gelenkt wird. Deshalb ist es sehr
wichtig, dass Tierschützer und Vegetarier dieses Thema auch
beachten und kritisch begleiten. Der in diesem Heft enthaltene
Artikel soll als Einführung in diese Thematik dienen und den
Zusammenhang mit der vegetarischen Ernährung aufzeigen.
Da viele Entscheide, welche auch die Tiere direkt betreffen, auf
internationaler Ebene (entweder EU oder WTO) gefällt werden,
dürfen sich diejenigen, die sich für das Wohl der Tiere
einsetzen, durchaus hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich
auf ihr Land beziehen. Die Ressourcen aller Vegetarierorganisationen
sind allerdings beschränkt, deshalb sollte die Devise lauten:
Lokal handeln und global vernetzen.
Als einen wichtigen Punkt in dieser Hinsicht sehe ich die
europaweite, koordinierte Einführung des Vegetarismus-Labels
für die Deklaration von vegetarischen und veganen Produkten und
Dienstleistungen. Deshalb kandidierte ich am 11. Juli an der
Jahreshauptversammlung der Europäischen Vegetarier-Union als
Vize-Präsident und wurde einstimmig gewählt. Ich sehe
natürlich weiterhin den Schwerpunkt meiner Arbeit hier in der
Schweiz, doch ergeben sich gerade beim V-Label-Projekt viele
Vorteile, wenn es möglichst international koordiniert
abläuft.
Ich wünsche Ihnen trotz der etwas längeren Artikel zu
komplizierten Themen eine angenehme Lektüre.
Renato Pichler
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
