10 Jahre aktiv für den Vegetarismus!
Vor 10 Jahren, am 8.8.1993, wurde die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV) von mehreren aktiven Vegetariern gegründet. Das Ziel war von Anfang an, die Vorteile der vegetarischen Lebensweise bekannter zu machen und auf die negativen Auswirkungen der fleischorientierten Ernährung hinzuweisen. Dies geschah seither sehr erfolgreich auf viele verschiedene Arten.
Vegi-Büro
Die Aktivitäten der SVV begannen mit der Einrichtung eines
Sekretariates, das im Laufe der Jahre unter dem Namen
«Vegi-Büro Schweiz» durch seine kompetenten und
umfassenden Auskünfte zu allen Bereichen der vegetarischen
Lebensweise immer bekannter wurde.
Das Vegi-Büro bildet heute die zentrale Anlaufstelle sowohl
für Noch-nicht-Vegetarier als auch für Vegetarier mit ganz
speziellen Fragen zur vegetarischen oder veganen Ernährung.
Das Fehlen einer solchen unabhängigen vegetarischen
Auskunftsstelle war ein Hauptgrund, weshalb die SVV gegründet
wurde.
Schriftliches Infomaterial
Um die vielen Anfragen effizient bewältigen zu können,
wurde schon bald damit begonnen, Infoblätter zu den wichtigsten
Themen zusammenzustellen. Heute sind daraus bereits über 40 Infoblätter und weitere
Schriften entstanden, welche Antworten auf die häufigsten Fragen
geben.
Bei den SVV-Mitgliedern, aber auch bei allen anderen Interessierten
entstand schon bald das Bedürfnis nach einem regelmässig
erscheinenden schriftlichen Mitteilungsorgan. Zuerst realisierte man
dies in Zusammenarbeit mit einem anderen Verein, doch wurde der
Umfang der Mitteilungen schon bald so gross, dass eine eigene
Zeitschrift die beste Lösung schien. Daraus entstand das heutige
Vegi-Info.
Um den Zugang zu vegetarischen Informationen weiter zu erleichtern,
wurde auch ein Buchversand eingeführt. Die wichtigsten
Bücher über die vegetarische Lebensweise wurden und werden
im Vegi-Info vorgestellt. Diese kann man in der Regel auch jeweils
direkt beim Vegi-Büro bestellen und vor Ort einsehen, was den
Zugang zu dieser Literatur weiter erleichtert.
Romandie und Ausland
Seit 1997 gibt es das Vegi-Info auch in französischer Sprache. Es ist längst
nicht bei einer einfachen Übersetzung geblieben. Der Inhalt der
französischsprachigen Ausgabe wird in der Romandie
zusammengestellt, wodurch auch die kulturellen Unterschiede und
lokale Informationen berücksichtigt werden können. Die SVV
in der Romandie, die ASV (Association Suisse pour le
Végétarisme), organisierte seither immer wieder gut
besuchte vegetarische Veranstaltungen.
Im Januar 2001 wurde in Belgien,
unter Anleitung der SVV, eine veg. Gruppe ins Leben gerufen, welche
die Drucksachen der SVV auch in Belgien verbreitet.
Internet
Durch die zunehmende Verbreitung des Internets auch unter
Privatpersonen war es nahe liegend, dieses sehr kostengünstige
Medium in unsere Arbeit mit einzubeziehen, um damit noch mehr
Menschen zu erreichen und die Hemmschwelle, sich über
Vegetarismus zu informieren, weiter zu senken.
Die Homepage der SVV war eine der ersten deutschsprachigen
Internetseiten auf diesem Gebiet und wurde dadurch schnell sehr
bekannt. Heute verzeichnet die Seite bereits jeden Tag mehr als 2500
Besucher, Tendenz weiter steigend. Deshalb wird auch dafür
entsprechend viel Zeit investiert, um das Angebot von derzeit fast
1500 Internetseiten weiter auszubauen und zu optimieren.
Nebst praktisch allen Infoblättern sind auch die meisten Artikel
aus allen bisher erschienenen Vegi-Infos auf unseren Internetseiten
abrufbar.
Auch die verschiedenen Listen im Internet sind sehr beliebt: Restaurantliste, Rezepteliste, Liste berühmter Vegetarier, Zitatenliste. Sie finden unsere Seite unter:
www.vegetarismus.ch
Vegetarismus-CD-ROM
Heute gehört ein Internetzugang schon fast zur
Grundausrüstung eines Computers. 1998 war dies noch nicht so.
Deshalb erstellten wir für alle, die keinen oder nur einen
langsamen Internetzugang hatten, eine CD-ROM, welche die
Internetseiten mehrerer Vegetarierorganisationen und viele weitere
Informationen enthielt.
Zudem konnte man alle erschienenen Vegi-Infos und Infoschriften
direkt von der CD-ROM selber ausdrucken.
Vegetarismus-Video
Um auch jene Personen zu erreichen, die nicht gerne lesen und auch keinen Computer besitzen, übersetzte die SVV 1999 das englische Video «Devour the Earth» (Die Ausbeutung der Erde) der englischen Vegetarierorganisation VSUK auf Deutsch und Französisch. Später folgte dann noch eine Version auf Tschechisch. Dieses Video zeigt die globalen Folgen der fleischorientierten Ernährung auf und wird von Paul McCartney kommentiert. Durch seine kurze Spielzeit von nur 20 Minuten eignet sich das Video auch sehr gut als Einführungs- oder Schulvideo.
Standaktionen
Seit der Gründung der SVV wurden
regelmässig Informationsstände in verschiedenen Schweizer
Städten durchgeführt. Dadurch können auch Personen
erreicht werden, die bisher noch nie mit dem Thema Vegetarismus
konfrontiert wurden. Unzählige Flugblätter zur
vegetarischen Lebensweise konnten in dieser Zeit bereits verteilt
werden und viele interessante Gespräche wurden mit
interessierten Passanten geführt. Vielen konnten auf diesem Weg
neue Denkanstösse gegeben werden. Besonders beliebt sind vor
allem unsere Infoblätter, die zu allen Themen rund um den
Vegetarismus wertvolle Fakten liefern. Seit einigen Jahren bieten wir
auch immer Fleischalternativen zum Degustieren an und konnten so
schon manchen Fleischliebhaber zum Staunen bringen.
Vegi-Verlag
Um all diese Produkte und das im Jahre 2001 erschienene Buch «Wegbereiter des
Friedens» optimal verbreiten zu können, wurde der
Vegi-Verlag gegründet. Das erste Buch beschreibt die
vegetarischen Religionsgemeinschaften Bishnoi und Jains.
Dieses Jahr folgte das kleine philosophische Tierrechtswerk von
Helmut F. Kaplan «Die
Ethische Weltformel». Zudem wurde dieses Jahr vom
echo-Verlag das erste deutschsprachige Buch über vegetarische
Hunde- und Katzenernährung veröffentlicht, an dem die SVV
auch wesentlich mitgewirkt hat.
Alle drei Bücher haben eines gemeinsam: Sie behandeln Themen,
welche bisher noch kaum genügend Beachtung in der
Öffentlichkeit fanden, und machen dadurch Wissen
zugänglich, an das sonst nur sehr aufwändig heranzukommen
wäre.
V-Label-Einführung
Mit der Einführung der sehr erfolgreichen vegetarischen Linie
«Cornatur» der Genossenschaft Migros Zürich Ende
1996 wurde auch das Europäische Vegetarismus-Label in der
Schweiz erstmals breiter bekannt gemacht.
Seither wurde viel an diesem Projekt
gearbeitet. In Zusammenarbeit mit der SVV erstellte z.B. die Migros
Zürich ein vegetarisches Lehrmittel, welches schon weite
Verbreitung fand und kostenlos abgegeben wird. Sie können es
entweder bei der SVV oder online unter folgender Adresse bestellen
(oder herunterladen):
www.cornatur.ch/vegetarischeslehrmittel.htm
Es ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar.
Im letzten Jahr gab es bereits einige Gastronomiebetriebe, welche das
V-Label erhielten. In diesem Jahr startete nun die Migros-Gastronomie
in 45 Restaurants auch mit einem kontrolliert vegetarischen Angebot.
Dies ist momentan das Hauptprojekt der SVV, da man damit sehr viel
zur Vereinfachung der vegetarischen Ernährung in der Schweiz
beitragen kann. In der Vergangenheit war es schwierig, ein Restaurant
zu finden, das auch Vegetariern ein akzeptables Angebot offerierte.
Mit der Ausbreitung des V-Labels gibt es endlich eine Kennzeichnung
von Restaurants, deren vegetarisches Angebot einem Mindeststandard
entspricht.
Nebst den Informationen zum Label auf unserer Internetseite wurde
dazu kürzlich eine eigene Portalseite erstellt: www.v-label.info
Politik
Als die SVV gegründet wurde, war Vegetarismus in der Politik
kein Thema. Heute sind in der Schweizer Lebensmittelverordnung die
Begriffe vegetarisch und vegan klar definiert. Die SVV konnte auch
hierauf Einfluss nehmen und dafür sorgen, dass die Definitionen
dem in Vegetarierkreisen üblichen Gebrauch entsprechen.
Zurzeit beteiligt sich die SVV mit einem Sitz in der
«Arbeitsgruppe Vegetarier» der Ernährungskommission
des Bundesamtes für Gesundheit, in der diskutiert wird, ob die
offiziellen Ernährungsempfehlungen des BAG mit einer Empfehlung
zur vegetarischen Ernährung ergänzt werden sollen. Diese
Initiative ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass die
SVV zuvor eine Kampagne in dieser Richtung durchführte.
Neues Sekretariat
All diese Projekte erforderten immer mehr
Arbeitseinsatz. Der Platzbedarf im Sekretariat wurde auch immer
grösser. Deshalb zog die SVV letztes Jahr in ein grösseres
Büro in Neukirch-Egnach. Das Platzproblem ist dadurch nun sicher
gelöst. Die Arbeit wurde aber nicht weniger, sondern nahm im
Gegenteil, insbesondere durch die Arbeiten am V-Label-Projekt,
ständig zu. Deshalb war der nächste Schritt, dass nebst den
vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, ohne die all dies nie
realisierbar gewesen wäre, auch eine Person hier im Sekretariat
(vorerst Teilzeit) angestellt werden muss. Dies verursacht zwar
regelmässige Kosten, ist jedoch unabdingbar, um die ständig
wachsende Arbeit für die Verbreitung des Vegetarismus
bewältigen zu können.
Gönner und Mitglieder
Im Gegensatz zur Fleischlobby, welche ihre Arbeit indirekt durch die Subventionen in die Fleischindustrie und durch den Fleischhandel finanzieren kann, muss die SVV all ihre Kosten für den Vegetarismus selbst tragen. Dies war bisher nur möglich, weil sehr viele ehrenamtliche Helfer von Anfang an zur Verfügung standen. Dennoch wird für die Aufrechterhaltung dieser Arbeit auch Geld benötigt. Durch die ständige Unterstützung durch viele Mitglieder und Gönner konnte die SVV in den letzten 10 Jahren ihre Arbeit völlig unabhängig fortführen. Für die künftigen Arbeiten wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich noch mehr dazu entschliessen könnten, der SVV als Mitglied beizutreten oder sie zumindest als Gönner zu unterstützen. Nur so wird es auch weiterhin möglich sein, effektiv für die Verbreitung der vegetarischen Lebensweise einzustehen und all die Nachteile der fleischzentrierten Ernährungsweise der Bevölkerung aufzuzeigen.
Zukunft
Die SVV konnte in den vergangenen 10 Jahren schon viel erreichen.
Dennoch bleibt noch viel zu tun, um das schreckliche Los der so
genannten Schlachttiere zu beenden und die Schäden an der Umwelt
zu reduzieren. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Menschen durch den heute noch immer üblichen Fleischkonsum zu
verringern und generell etwas mehr Friede in die Welt zu bringen,
indem man nicht mehr zur blossen Befriedigung des eigenen Gaumens
bereit ist, Tiere zu quälen und töten zu lassen, bleibt
unser grosses Ziel.
Die SVV hat den Stein ins Rollen gebracht. Unterstützen auch Sie
uns, damit wir auch künftig dafür eintreten können,
dass die Tiere nicht mehr zu Nahrungsmitteln degradiert werden. Sei
es als Gönner (finanziell), Mitglied oder durch persönliche
Mitarbeit.
Besten Dank!
Renato Pichler
Wie kam es zur Gründung der SVV?
Die SVV entstammt einer vegetarischen
Jugendorganisation. In der Schweizer Reformjugend (srj) wurden
vegetarische Jugend- und Kinderlager organisiert. Die
Gründungsmitglieder der SVV waren hauptsächlich Lagerleiter
dieser Jugendorganisation. Sie wollten damit die Idee der
vegetarischen Lebensweise breiter bekannt machen und auch ältere
Personen ansprechen.
Die SVV ist also die Nachfolgeorganisation der srj, welche damals
bereits 25 Jahre existierte.
Insofern könnte man auch am 21./22. September 2003 das
35-Jahr-Jubiläum der srj feiern …
Innerhalb der SVV war die srj noch einige Zeit als Jugendabteilung
tätig. Da die Nachfrage nach vegetarischen Jugendlagern jedoch
immer geringer wurde, wurde die aufwändige Organisation solcher
einwöchiger Lager eingestellt. Ein wichtiger Aspekt für den
Rückgang der Anmeldungen für die Jugendlager war, dass es
(im Gegensatz zu früher) nun auch in den Jugendlagern anderer
Organisationen viel einfacher wurde, sich vegetarisch zu
ernähren.
Natürlich gab es auch schon 1993 ein paar kleine vegetarische
Organisationen in der Schweiz. Es waren aber eher
«Insidervereine», welche kaum an die Öffentlichkeit
traten, oder es waren religiös motivierte Organisationen, die
wegen ihrer religiösen Überzeugung vegetarisch lebten. Die
SVV wurde deshalb ausdrücklich als religiös
unabhängige Organisation gegründet, welche sich
ausschliesslich mit der Verbreitung der vegetarischen Lebensweise
befasst. Sie ist also weder religiös motiviert noch ein
Selbsthilfeverein, sondern versucht in erster Linie, die
Noch-nicht-Vegetarier über die Folgen des Fleischkonsums
aufzuklären. Dennoch bietet die SVV aber auch weiterhin
Unterstützung für Vegetarier an. Zum Beispiel mit dem vegetarischen
Label, welches den Einkauf und Restaurantbesuch sehr
erleichtert.
[Artikel zum 5-Jahres-Jubiläum 1998]
Haben Sie die Petition an die UNO schon unterschrieben? Lebensmittel gegen Futter.
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