Buchbesprechungen
Die Ethische Weltformel – Eine Moral für Menschen und Tiere
Seit Ende Mai 2003 lieferbar: das neuste Buch des
Tierrechtsphilosophen Helmut F. Kaplan. In Anspielung auf die Suche
nach der Weltformel der Physik zeigt er in diesem Buch auf, wie eine
ethische «Grundformel» für Menschen und Tiere
aussehen könnte. Er macht deutlich, dass es durchaus nicht
notwendig ist, eine Ethik für die Tiere und eine andere für
die Menschen zu haben.
Die aufgezeigte Weltformel ist nicht nur für den Umgang zwischen
Mensch und Tier geeignet, sondern ist auch in praktisch allen
grösseren Kulturen bereits als ethische Regel im Umgang der
Menschen untereinander bekannt.
Man kann beides vereinheitlichen, ohne die unterschiedlichen
Bedürfnisse übergehen zu müssen. Manchmal ist die
Lösung so nah, dass man sie gar nicht wahrnimmt.
Helmut F. Kaplan: «Die Ethische Weltformel – Eine Moral
für Menschen und Tiere», Vegi-Verlag, ISBN 3-909067-04-2,
2003,
Fr. 14.50/EUR 9.90, 108 Seiten.
www.tierrechte-kaplan.org
Vegetarische Hunde- und Katzennahrung
Immer mehr Menschen, die sich aus ethischen Gründen
vegetarisch oder vegan ernähren, suchen nach einer
Möglichkeit, auch die letzte Verbindung zum Schlachthaus zu
kappen. Den eigenen Haustieren täglich Abfälle
industrieller «Nutztierverwertung» in den Napf zu legen,
wird zunehmend fragwürdiger. Die einen Tiere mit den anderen
ernähren?
Zusätzlich sind viele Menschen um die Gesundheit ihrer Haustiere
besorgt wegen Untersuchungen, die ergaben, dass in herkömmlicher
Tiernahrung wenig Appetitliches enthalten ist. Die Deklaration der
Inhaltsstoffe lässt die Verbraucher weitgehend im Unklaren, was
in die Rezepturen gemischt wird, aus denen die so ansprechend
aussehenden Kaustreifen und Kroketten hergestellt werden.
Dass es auch anders geht, beweist das Buch von James A. Peden. Es
enthält Tipps zur Umstellung der Ernährung und viele
Rezepte. Ausserdem erfährt der Leser viel Wissenswertes
über die speziellen Nährstoffbedürfnisse von Hunden
und Katzen. James A. Peden hat Nahrungszusätze entwickelt, die
selbst zubereitete Kost ausgewogen in den Nährwerten machen.
Hunde und Katzen, die vegetarisch oder vegan leben, geniessen sowohl
ihr Futter als auch ihre gute Gesundheit. Aus ethischer Sicht
entspricht das vegetarische Futter der Tierrechtsphilosophie.
Das Buch schliesst eine Lücke auf dem deutschsprachigen Markt
und wird bei einer Neuorientierung helfen, deren Notwendigkeit immer
deutlicher wird. Den Abschluss des Buches bilden nützliche
Adressen zum Thema (Bezugsquellen etc.).
James A. Peden: «Vegetarische Hunde- und
Katzenernährung», echo-Verlag, ISBN 3-926914-40-8, 2003,
Fr. 30.30, 240 Seiten.
Die Internetseite zum Buch:
www.veganimals.de
1500 essbare Wildpflanzen
Wie weit sich die Menschen von der Natur entfernt haben,
wird einem klar, wenn man sich die vielen essbaren Pflanzen in diesem
Buch ansieht. Wir sind mit einer praktisch unüberschaubaren
Fülle von essbaren, gesunden Wildpflanzen umgeben und merken es
kaum.
Manche wissen gerade noch, wie gut ein Löwenzahnsalat schmeckt
oder was man mit dem Bärlauch anfangen kann. Doch die meisten
anderen Wildpflanzen werden aus Unwissenheit oft
«Unkräuter» genannt.
Dieses Buch öffnet einem die Augen: Eigentlich müsste man
ein Buch mit allen nicht essbaren Pflanzen veröffentlichen, das
wäre wesentlich handlicher und vermutlich sehr
übersichtlich. Auch daran hat der Autor gedacht und auf einer
Seite die bei uns heimischen giftigen Pflanzen aufgelistet. Aber
zurück zu den 1500 essbaren Pflanzen. Zu jeder Pflanze gibt es
eine Kurzinformation über deren Hauptblütezeit, Verwendung
und Vorkommen. Insbesondere die Verwendungsmöglichkeiten der
Pflanzen beinhalten viele Überraschungen. Als Beispiel sei hier
der Ahornbaum genannt:
Die jungen Triebe im Frühjahr frisch zu Salaten, zu
Gemüsegerichten oder getrocknet als Beigabe zu
Kräuter-/Gemüsesuppen. Den Blutungssaft im Frühjahr
frisch, zu Wein, zu Essig oder zu Sirup (durch langes Köcheln
einzudicken). Grosse Samen einige Wochen nach dem Ende der
Blütezeit ohne Flügel als Beigabe zu Kochgemüse. Die
Blüten unmittelbar nach dem Erblühen zu Salaten. Die jungen
Blätter roh oder gekocht zu Gemüsegerichten. Die unreifen
Früchte kurz nach der Blüte in Essig zu eingelegtem
Gemüse. Die innere Rinde im Frühjahr getrocknet als Beigabe
zu Mehl.
Zusätzlich findet man dann noch spezielle Rezeptvorschläge
zu einzelnen Ahornarten: Man kann zum Beispiel die jungen
Blätter des Feld-Ahorns von März bis April zu Sauerkraut
verarbeiten.
Doch die Wildpflanzen sind nicht nur kostenlos erhältlich,
sondern auch gesünder als die üblichen Kulturpflanzen aus
dem Supermarkt. In mehreren Tabellen stellt der Autor eine Auswahl
von Kulturpflanzen den Wildpflanzen gegenüber. Der Leser
erfährt, dass Wildgemüse fast viermal so viel Kalzium und
über viermal mehr Vitamin C enthält als Kulturgemüse.
Ein problematischer Punkt bei all den Pflanzenverzeichnissen ist die
Sortierung.
Wie ordnet man 1500 Pflanzen am besten? Der Autor wählte die
Sortierung nach den lateinischen Namen der Pflanzen, da nur diese
eindeutig sind. Bei der Pflanze selbst sind dann aber auch die
verschiedenen deutschen Namen angegeben.
Um auch anhand eines deutschen Namens eine Pflanze finden zu
können, enthält das Buch eine Übersetzungstabelle der
deutschen Namen zu den lateinischen offiziellen Namen der Pflanzen.
Elf Seiten mit Grundrezepten, ein umfangreiches Quellenverzeichnis
und zwei Seiten voll nützlicher Adressen aus der Schweiz runden
das Buch ab.
Die sehr guten und zahlreichen Abbildungen sind mit den lateinischen
Namen angeschrieben.
Beim Lesen dieses Buches kommt man zur Erkenntnis, dass eigentlich
niemand hungern muss, solange es um uns herum grünt und die
Artenvielfalt bewahrt bleibt. Oder anders ausgedrückt: Wer ins
Gras beisst, muss deshalb noch lange nicht sterben …
Steffen Guido Fleischhauer: «Enzyklopädie der essbaren
Wildpflanzen», AT Verlag, 2003.
412 Seiten, 417 Farbfotos.
ISBN 3-85502-889-3. Fr. 84.–.
© Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV) | www.vegetarismus.ch | Impressum
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