Meeresfrüchte und Fleisch fördern Gicht
Bisher ging man davon aus, dass Purinsäure in der Nahrung generell Gicht fördert. Eine neue über 12 Jahre dauernde Studie kommt nun aber zu einem anderen Resultat: Es kommt sehr darauf an, ob die Purinsäure aus Fleisch/Fisch oder aus pflanzlichen Nahrungsmitteln stammt.

Das Forschungsteam von Dr. Choi beobachtete 47150 Männer ohne
Gichtvorbelastung während 12 Jahren. Während dieser Zeit
bekamen 730 Männer die Gicht.
Studienteilnehmer, welche am meisten Fleisch konsumierten, bekamen
40% häufiger Gicht gegenüber denjenigen mit dem geringsten
Fleischkonsum. Noch stärker war der Unterschied bei den
Meeresfrüchten/Fischen: 50% häufiger trat die Gicht bei der
Gruppe auf, die am meisten davon ass.
Obwohl folgende Nahrungsmittel auch für ihren Puringehalt
bekannt sind, erhöhten sie die Gichtwahrscheinlichkeit
überhaupt nicht: Hülsenfrüchte (inkl. Soja), Bohnen,
Pilze, Blumenkohl, Spinat.
Auch die Gesamteiweissaufnahme hatte keinen Einfluss.
Diese Studie belegt einmal mehr, dass durch die blosse Analyse der
Inhaltsstoffe eines Nahrungsmittels dessen gesundheitlicher Wert
nicht genau bestimmt werden kann. Tabellen, welche nur den
Purinsäuregehalt der Nahrungsmittel aufführen, ohne die
völlig unterschiedlichen Auswirkungen von pflanzlichen
gegenüber tierischen Quellen zu beachten, sind für eine
Gichtvorbeugung deshalb nutzlos.
Einmal mehr wurde belegt, dass die vegetarische Ernährung
gesünder ist, selbst wenn die Analysen der
Nahrungsmittelinhaltsstoffe (zumindest bezüglich Gicht) dies
nicht erklären können.
Quelle:
Dr. med. Hyon K. Choi: «Purine-Rich Foods, Dairy and Protein Intake, and the Risk of Gout in Men», New England Journal of Medicine, Volume 350:1093-1103, Nr. 11. (11.3.2004)[Vegi-Info 2004/2 Inhaltsverzeichnis]
© Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV) | www.vegetarismus.ch | Impressum
Tweet