Milch-Alternativen
Immer mehr Menschen konsumieren immer weniger Milch. Abgesehen von den Veganern, die aus ethischen Gründen Milch ablehnen, gibt es eine immer grösser werdende Gruppe von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen (z.B. wegen einer Allergie) auf Kuhmilch verzichten. Deshalb hat die SVV für Sie die derzeit erhältlichen Milch-Alternativen zusammengestellt und festgestellt: Die Zeit ist reif für Milchalternativen.
Die Zeit der nach Bohnen schmeckenden, selbstgemachten Soja-Drinks
ist endgültig vorbei.
Damit keine Missverständnisse entstehen gleich vorweg: Diese
Produkte können, ebensowenig wie die Kuhmilch, die menschliche
Muttermilch für den Säugling ersetzen. Mindestens in den
ersten 6 Monaten ist die menschliche Muttermilch für das
Menschenkind das Gesündeste, was es bekommen kann.
Alle vorgestellten Produkte enthalten keine tierischen Zusätze
und sind in der Schweiz erhältlich. Für Veganer ist es
allerdings wichtig zu wissen, dass einige Produkte Honig enthalten.
Die meisten Produkte verwenden als Basis Sojabohnen (in der Regel
gentechfreie Biobohnen). Innerhalb der letzten zwei Jahre haben aber
immer mehr auch andere Produkte ihre Marktreife erlangt. Mittlerweile
gibt es bereits Hafer-, Mandel-, Kokosnuss- und Reis-Drinks fertig zu
kaufen.
Die Bezeichnung Milch (z.B. Soja-Milch) ist übrigens in
diesem Zusammenhang gesetzlich verboten, deshalb werden alle
Getränke als «Drink» bezeichnet (Milch bedeutet
immer Kuh-Milch).
Kein Produkt schmeckt genau wie eine Kuhmilch (manche sind einiges
besser). Der Geschmack, der hier vorgestellten Produkte ist jedoch
zum Teil so unterschiedlich, dass bestimmt für jeden etwas
passendes dabei ist. Beim Kochen und Backen kann man mit einem
neutralen Soja-Drink oder Hafer-Drink problemlos die Kuhmilch
ersetzen. Manche Getränke sind sehr einfach gemacht, z.B.
Kokosmilch. Andere wiederum sind das Ergebnis langer
universitärer Forschungsarbeiten, z.B. der Hafer-Drink. Um sich
gegen die enorme mit Staatsgeldern subventionierte Werbung der
Milchindustrie zu behaupten, lassen sich auch die Hersteller dieser
Produkte immer wieder neues einfallen. Zum Hafer-Drink gibt es
beispielsweise bereits wissenschaftliche Untersuchungen, die den
gesundheitlichen Vorteil gegenüber tierischer Milch nachweisen.
(3) Ausserdem kann man sich über dieses Produkt auch via einer
eigenen Internetseite informieren.
Obwohl den Reis-Drinks im Gegensatz zu den meisten Soja-Drinks keine
Süssstoffe zugesetzt werden, sind sie in der Regel süsser.
Dies kommt daher, dass aus dem Reis durch eine enzymatische Reaktion
Maltodextrin und Maltose (zwei natürliche Süssstoffe)
gebildet wurde. Dies ergibt einen natürlichen, leicht
süssen Geschmack. In einem ähnlichen Prozess wird
übrigens die Stärke auch in unserem Körper
umgewandelt, nur hat der Gaumen dann leider nichts mehr davon.
Reis-Drinks eignen sich deshalb vor allem als Getränke oder
für Süssspeisen. Insbesondere auch bei glutenfreier
Ernährungsweise.
Durch ihre rein pflanzliche Zusammensetzung sind alle Produkte
laktose und cholesterinfrei.
Preise
Da nur die tierische Milch grosszügig subventioniert wird,
sind die Preise der vorgestellten Milch-Alternativen nicht direkt
konkurrenzfähig. Würde hier die Kostenwahrheit
(Futtermittelanbau für die Kühe, Umweltbelastung durch Mist
und Gülle, Arbeitseinsatz der Bauern, etc.) konsequent umgesetzt
werden, ergäbe sich natürlich ein anderes Bild.
Allerdings sind an den oft sehr hohen Preisen die Verteiler selbst
Schuld: Produkte aus Drogerien und Reformhäuser sind in der
Regel teurer, als diejenigen von Grossverteilern. Es wäre aber
auch unfair, die konventionell produzierten Produkte der
Grossverteiler (die auch vom Geschmack her höchstens als
abschreckendes Beispiel dienen können), mit den hochwertigen
Bioprodukten der Reformhäuser zu vergleichen. Bei manchen
Produkten merkt man auch, dass die Konkurrenz noch fehlt (z.B.
Mandel-Drink). Früher wurden die Produkte eher als Krankenkost
bei Laktose-Intoleranz oder Kuhmilcheiweiss-Allergie von Drogerien
verkauft. Deshalb erinnern manche Preise immer noch eher an
Medikamente als an ein Alltagsgetränk. Als Alltagsgetränk
für Vegetarier/Veganer und alle, die Kuhmilch nicht mögen,
beginnt es sich erst langsam durchzusetzen. Mit einer breiteren
Akzeptanz ist auch zu erwarten, dass der erhöhte Umsatz und die
grössere Konkurrenz, die Preise sinken lassen wird.
Bei den getesteten Produkten sind diejenigen, die als Pulver verkauft
werden, günstiger als Fertigprodukte. Sie benötigen
natürlich auch weniger Lagerplatz, da das Wasser erst bei
Gebrauch dazugegeben wird. Allerdings ist die Zusammensetzung der
hier vorgestellten Produkte nicht so natürlich wie die der
Fertigprodukte. Zudem sind sie in der Handhabung nicht so bequem wie
Tetra-Pack-Fertig-Getränke und werden deshalb kaum als
Kuhmilchersatz von den Konsumenten akzeptiert werden.
Bezugsquellen:
Obwohl alle Produkte in der Schweiz erhältlich sind, wird es
kaum ein Geschäft geben, das alle Produkte führt. Falls Sie
ein bestimmtes Produkt nicht finden, wenden sie sich ans
Reformhauspersonal und bestellen Sie das bestimmte Produkt (Name und
Vertrieb angeben genügt).
Falls Sie wider Erwarten dennoch ein Produkt nicht bekommen
können, wenden sie sich an den Produzenten oder ans
Vegi-Büro. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Produkte-Übersicht
Infos zur Kuhmilch: Die Milch
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
