Verbietet die EU die Legebatterien ab 2012?
Am 15. Juni 1999 beschlossen die EU-Agrarminister, die heutigen Legebatterien von Hühnern bis zum Jahr 2012 abzuschaffen.
Ab dem Jahr 2003 dürfen keine neuen Batterien in der heutigen
Form für Legehennen eingerichtet werden. In den bereits
bestehenden muß die Grundfläche für die Hühner
von 450 cm2 auf 550 cm2 erweitert werden
– das entspricht in etwa der Größe eines
DIN-A4-Blattes (586 cm2).
Ab 2012 werden die Legebatterien "ganz" abgeschafft. Zulässig
ist dann nur noch die Bodenhaltung oder die Haltung in ausgestalteten
Käfigen. Diese müssen pro Henne eine Grundfläche von
750 cm2 haben, sowie mit Sitzstangen und
Nestbauplätzen ausgestattet sein. Ein einheitliches
Kennzeichungssystem für die verschiedenen Haltungsformen wurde
auch angekündigt.
Trotz dieses Fortschrittes bleibt einiges an Skepsis gegenüber
der EU, die bisher noch nie einen Finger für die Tiere
gerührt hat:
Erstens ist dadurch der Käfig als Haltungsform noch nicht
abgeschafft (er wird nur «ausgestaltet» und etwas
vergrössert) und zweitens ist die Übergangsfrist (wieder
einmal) so lange angesetzt, dass kaum einer der jetzigen
Agrarminister sich auch um die tatsächliche Umsetzung und die
nötigen Kontrollen für diesen Beschluss kümmern muss.
Natürlich waren die Interessensverbände der Landwirtschaft
sogar gegen diese Minimalverbesserung und haben jetzt mehrere Jahre
Zeit um die neue Bestimmung soweit zu verwässern, dass wieder
alles beim alten bleiben kann.
Alleine in Deutschland werden zur Zeit 40 Millionen
Batteriehühner gehalten. Weder sie noch die nächsten -zig
Millionen Hühner werden von diesem Beschluss etwas merken: Sie
werden alle schon lange vor dem Jahre 2003 geschlachtet werden. Wenn
der öffentliche Druck auf die EU-Verantwortlichen jedoch in den
nächsten Jahren verstärkt oder zumindest aufrechterhalten
werden kann, könnten vielleicht in einigen Jahren die Legehennen
ein Leben führen, das etwas weniger qualvoll ist.
Die Schweiz ist übrigens von diesem Entscheid auch betroffen:
Fast die Hälfte der in der Schweiz konsumierten Hühner und
Eier stammen aus dem Ausland.
