Neue vereinheitlichte Ernährungsrichtlinien
Noch vor wenigen Jahrzehnten glaubten die meisten Schulmediziner,
dass eine vegetarische Ernährung gesundheitlich schädlich
sei oder sogar schlicht unmöglich . Dies obwohl schon damals
bekannt war, dass viele Völker seit Menschengedenken vegetarisch
leben. Man zog es vor, nach dem Motto „Es kann nicht sein, was
nicht sein darf“ zu leben und selbst weiterhin Fleisch zu
konsumieren (natürlich galt dies nicht nur für die
Ärzte sondern für alle Leute!). In den letzten Jahren hat
sich die Lage zugunsten der Vegetarier verändert.
Konsens der verschiedenen
Empfehlungen:
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Immer mehr Studien beweisen eindeutig, dass eine vegetarische
Ernährungsweise gesundheitlich viele Vorteile bringt.
Je grösser (und träger) eine Institution ist, desto
länger braucht sie, bis sie sich neuen Erkenntnissen
öffnet. Deshalb kann es durchaus als eine Art Durchbruch
angesehen werden, dass sich nun sogar die meisten US-amerikanischen
Gesundheitsorganisationen für eine pflanzenbasierte
Ernährungsweise ausgesprochen haben.
1997 trafen sich die Organisationen zu einem Kongress unter dem Titel
«Preventive Nutrition: Pediatrics to Geriatrics», in dem
über den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit der
Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter diskutiert wurde. Das
Ziel war, eine gemeinsame Ernährungsrichtlinie herauszugeben,
die alle Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen der
beteiligten Organisationen einschliesst.
Beteiligt waren unter anderem folgende einflussreiche Organisationen:
– American Heart Association (AHA)
– American Cancer Society (ACS)
– American Dietetic Association (ADA)
– American Academy of Pediatrics
– National Institute of Health
– American Society for Clinical Nutrition
Alle beteiligten Organisationen hatten bisher eigene
Ernährungsrichtlinien zur Vorbeugung gegen die verbreitetsten
chronischen Krankheiten (koronare Herzerkrankungen, Krebs,
Übergewicht, Diabetes) in den USA veröffentlicht.
Am 27. Juli 1999 wurde ein zusammenfassender Bericht der Konferenz in
der Fachzeitschrift «Circulation» der AHA
veröffentlicht.
Einige Stellungnahmen der Autoren des Berichtes:
Dr. Abby Bloch, Vorsitzender der American Cancer Society: «Die
ACS publiziert Ernährungsrichtlinien um der Öffentlichkeit
Hilfestellung bei einer gesunden Ernährung und entsprechender
körperlichen Betätigung zu geben, die das Risiko einer
Krebserkrankung reduzieren. Die Arbeit der AHA zeigt auf, dass die
Empfehlungen zur Vorbeugung von Krebs, dieselben sind, wie diejenigen
zur Vorbeugung von Herzerkrankungen, Schlaganfall, Diabetes und
Übergewicht. Dies erlaubt uns eine vereinheitlichte Mitteilung
an die amerikanische Bevölkerung, dass eine gesunde
Ernährungsauswahl – eine Ernährung mit einer Vielfalt
pflanzlicher Nahrungsmittel inklusive Früchte und Gemüse
und wenig Fett – auch die richtige Wahl für einen in jeder
Hinsicht gesunden Lebensstil ist.»
Dr. Edward A. Fisher von der AHA: «Bei Einhaltung einer
gesunden Ernährungsweise, erreichen Sie eine starke Vorbeugung
gegen all die grössten Killer [Herzkreislauferkrankungen, Krebs,
etc.]».
Dr. Richard J. Deckelbaum von der AHA: «Ein einziges gesundes
Ernährungskonzept kann die vielfältigsten Krankheiten
positiv beeinflussen, wobei es zugleich das Risiko vieler chronischer
Leiden reduziert.»
Was war nun die gemeisame Erklärung für eine gesunde
Ernährung?
Im Kasten auf der vorangehenden Seite sind diese Empfehlungen
aufgeführt.
Daraus ist ersichtlich, dass Vegetarier es automatisch viel leichter
haben, diese Empfehlungen einzuhalten als Fleischesser:
Cholesterol kommt ausschliesslich in tierischen Nahrungsmitteln vor.
Die fettreichsten Nahrungsmittel (insbesondere die gesättigten)
sind tierischen Ursprungs (Ausnahmen: z.B. Nüsse und Avocados).
Die Kalorienkonzentration ist viel höher in Fleisch als in
Früchten und Gemüse mit ihrem meist hohen Wasser- und
Nahrungsfasernanteil. Fleisch (insbesondere Wurstwaren) und Käse
sind meist die Hauptquellen für Salz in der Ernährung.
Dennoch wird nicht explizit vor deren Konsum gewarnt.
Der Grund dafür wurde bereits im letzten Vegi-Info erwähnt:
Es ist viel einfacher, bestimmte Nahrungsmittel zu empfehlen, als von
bestimmten Nahrungsmitteln abzuraten. Dieser Erkenntnis wurde auch an
dieser Konferenz Rechnung getragen.
Noch deutlicher wird dies, wenn man aus der obigen Erklärung
abgeleitete konkrete Ernährungsempfehlungen der AHA liest.
(siehe Kasten oben rechts)
Wenn man sich konsequent an diese Empfehlungen hält, kommt man
fast zwangsläufig zu einer pflanzenbasierten Ernährung.
Nach täglich fünf Portionen Früchten und Gemüse
und mindestens sechs Portionen Getreideprodukten und der Anweisung,
fettreiche Nahrungsmittel zurückhaltend zu verwenden, ist es
kaum mehr möglich, viel Fleisch zu essen.
Renato Pichler
Quellen
Empfehlungen der American Heart Association:
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Die American Heart
Association setzt schon seit vielen Jahren auf
Prävention. In den USA rechnet man mit Gesamtkosten der
kardiovaskulären Krankheiten (Krankheiten, die Herz und
Gefässe) von 286,5 Milliarden Dollar für 1999.
Da auch ein zu hoher Cholesterinspiegel, unter dem rund jeder fünfte Amerikaner (das sind rund 40 Millionen) leidet (jeder zweite hat einen kritischen Wert!), wirbt die AHA für eine pflanzenbasierte Kost. Unter anderem auch mit dem «Take 5»-Programm. Siehe den entsprechenden Artikel auf den Seiten 20 und 21 in diesem Heft. Weitere Informationen zur AHA: http://www.americanheart.org |
© Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV) | www.vegetarismus.ch | Impressum
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Die American Heart
Association setzt schon seit vielen Jahren auf
Prävention. In den USA rechnet man mit Gesamtkosten der
kardiovaskulären Krankheiten (Krankheiten, die Herz und
Gefässe) von 286,5 Milliarden Dollar für 1999.