Zwetschgenzeit – Schlemmerzeit
Nun sind sie wieder reif, die
herrlichen Zwetschgen (Pflaumen), zuerst die frühen
Bühler-, gefolgt von den Fellenberg- und schliesslich den
Hauszwetschgen. Am Besten schmecken sie vollreif. Um vollreife
Früchte zu ernten, bleiben bei uns die Zwetschgen am Baum, bis
sie entweder selbst herunterfallen, oder wir legen den Boden mit
Tüchern aus und tippen die Aste leicht an, damit die reifsten
Früchte sich lösen.
So erstreckt sich die Zwetschgenernte über rund 2 - 3 Wochen und
bietet uns viel Abwechslung im Speiseplan. Was wir nicht sofort essen
können, wird an Nachbarn verschenkt oder verarbeitet: Ein Teil
wird eingefroren, ein anderer Teil gedörrt.
Powidl – das Zwetschgenmus
ist fast völlig in Vergessenheit geraten. Es wurde von unsern Vorfahren ohne Zuckerzusatz oder unter Zugabe von maximal 15 % Zucker zu einem dicken Zwetschgenmus eingekocht. Dieses Mus war in früheren Jahrhunderten ein beliebter süsser Wintervorrat, eignet sich als Brotaufstrich, Omlettenfüllung, als Ausgangsprodukt für Chutneys oder ganz einfach zum Schlecken. Dazu verwenden wir aber nur wirklich reife Früchte, da im Originalrezept kein Zucker beigefügt wird. Bei uns sind es jene Früchte, die vor dem Ausbreiten der Tücher vom Boden aufgesammelt werden und häufig Wespen- oder Schneckenlöcher aufweisen, ansonsten aber einwandfrei und vor allem sehr süss und im Schnitt goldgelb sind.
Zwetschgenrösti
Ein herrlicher Znacht, der immer dann gewählt wird, wenn Brot
von vorgestern übriggeblieben ist. Hier das Rezept:
Zutaten für 2 Personen:
l kg Zwetschgen (auch tiefgefroren)
300 g altbackenes zwei bis dreitägiges Brot
evtl. etwas Zimtzucker (Mischung aus gem. Zimt und Zucker) zum
Nachsüssen
100 g Pflanzenmargarine (bei Bedarf auch mehr)
Und so wird’s gemacht:
Für die Zubereitung eignen sich am besten zwei Bratpfannen,
wobei für die Zwetschgen eine beschichtete Pfanne von Vorteil
ist, um das Ankleben zu verhindern. Zuerst halbieren und entsteinen
wir die Zwetschgen und geben die halbe Portion mit etwa 25 g
Margarine in die beschichtete Pfanne. Dann schneiden wir das Brot in
zwei Zentimeter dicke Scheiben und diese Scheiben in 5 mm dicke
Dünkli. Die Hälfte der Dünkli mit 25 g Margarine
kommen in die zweite Bratpfanne.
Die Zwetschgen braten wir an, bis sie zu glänzen beginnen,
wenden sie, damit sie auch von der anderen Seite anbraten
können, stellen nun auch die Brotstückchen mit Margarine
aufs Feuer und rösten sie beidseitig goldgelb an.
Zuletzt versuchen wir die Zwetschgen, süssen wenn nötig
nach, geben die gerösteten Dünkli dazu, mischen beides und
bringen die erste Portion auf den Tisch. Ist die erste Portion
verspiesen, bereiten wir die zweite Ladung aus den restlichen
Zwetschgen und dem Brot.
Zwetschgen-Küchlein
Bestimmt kennen Sie Apfel-Küchlein. Mögen Sie diese, so
werden Ihnen auch die Zwetschgen-Küchlein munden.
Zutaten für 2 Personen:
1 kg vollreife Zwetschgen
100 g Weizenmehl
50 g Soja- oder Kichererbsenmehl
5 g Salz
Wasser
1 Liter Fritieröl zum Ausbacken
Zimtzucker (Mischung aus gemahlenem Zimt und Zucker)
Aus dem Weizenmehl, Sojamehl oder Kichererbsenmehl, Salz und Wasser
bereiten wir einen mittelflüssigen Teig von der Konsistenz eines
Omlettenteigs und lassen diesen eine halbe Stunde ruhen. Nun erhitzen
wir das Fritieröl, halbieren und entsteinen die Zwetschgen und
geben fünf bis sechs Hälften in den Ausbackteig. Sobald das
Fritieröl die richtige Temperatur hat, und es schön
brutzelt, wenn wir etwas Teig hineintropfen, können wir mit der
Küchlein-Produktion beginnen. Wir geben die in Omlettenteig
getauchten Zwetschgenhälften einzeln in die Pfanne, etwa
fünf bis sechs aufs mal und backen sie aus, bis die
Küchlein goldbraun sind. Nun werden sie herausgefischt, im
Zimtzucker gewendet und heiss genossen.
Nach dem gleichen Rezept lassen sich auch Apfel- oder
Aprikosenküchlein bereiten.
Aprikosen werden halbiert und entsteint, Äpfel geschält,
Kernhaus ausgestochen und zentimeterdicke Scheiben geschnitten.
Hierzu eignen sich speziell Kochapfel-Sorten. Doch auch die weicheren
Tafelsorten wie Gravensteiner, Boskoop und Golden Delicious munden
herrlich. Sogar reifes Fallobst weicherer Apfelsorten eignet sich
bestens.
Jetzt aber schnell ans Werk, damit die Lieben etwas vorfinden, wenn
sie hungrig wie die Löwen über den Tisch herfallen.
Fredy Forster
Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008© Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV) | www.vegetarismus.ch | Impressum
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